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1878 - 1941
Louis
Chevrolet ist der Mann, der dem populärsten und berühmtesten amerikanischen
Wagen
seinen Namen gegeben hat. Heute fahren mehr als 100 Millionen dieser Wagen
auf die Strassen der ganzen Welt. Aber bevor sein Name mit der Ausbreitung
dieses wunderbaren, sozialen Phänomens des Autos zusammenhängt, war Louis
Chevrolet jenseits des Atlantiks als Rennfahrer schon berühmt, - also schon
vor mehr als achtzig Jahren.
Louis-Joseph Chevrolet wurde zu Weihnachten 1878 in der Schweiz bei La
Chaux-de-Fonds geboren, in einem heute zerstörten Haus der Strasse Grenier
22a. Er war der zweite Sohn von Joseph-Félicien Chevrolet, Bürger von Bonfol
im Jura, der Uhrmacher und Bauer war. Schon sehr jung zeigte sich Louis
Chevrolet für die Mechanik begabt und machte allerlei Reparaturen in der
Fahrrädernwerkstatt Roblin. Die damals organisierten Radrennen erlaubten
ihm, sich schon mehrmals einen Namen zu machen.
Infolge einer Reparatur auf dem Wagen eines amerikanischen Bürgers, namens
Vanderbilt, beschloss Louis Chevrolet mit etwas Ehrgeiz, sein Leben an der
Automechanik zu widmen. Im Jahre 1900, im Alter von 22 Jahren, wanderte
Louis Chevrolet in den Vereinigten Staaten aus, wo seine fast ganze Familie
ihn einige Jahre später wieder traf. Zuerst arbeitete er im Viertel Brooklyn
in New York, in den Autofabriken De Dion-Bouton und Fiat. Fünf Jahre später
heiratete er Suzanne Treyvoux in der französischen Kirche
Saint-Vincent-de-Paul in New York. Aus dieser Ehe wurden zwei Kinder
geboren.

Louis Chevrolet in einem seiner Rennwagen
Seinen
dauerhaften Ruhm hat Louis Chevrolet als Wagenkonstrukteur erworben. Als er
schon 1909 beschloss, einen Motor für einen neuen Wagen selber zu bauen, war
das Automobil noch nur am Beginn seiner Geschichte. Louis Chevrolets
Karriere war mit William C. Durant, dem Gründer und Finanzmann der General
Motors Company, eng verbunden. Chevrolet ahnte, dass es einen Markt für die
Autos gab, deren Modelle er konzipiert hatte, und war bewusst, dass neue
Fabriken nötig waren, um eine zunehmende Anfrage zu befriedigen. So gründete
er 1911 mit einigen Gesellschaftern die "Chevrolet Motor Car Company of
Michigan". Aus seinen Fabriken entstand unter anderem das Modell
"Baby-Grand".

Aus im
wesentlichen finanziellen und wettbewerbsfähigen Gründen wurde Louis
Chevrolet 1913 gezwungen, die Gesellschaft zu verlassen, die seinen Namen
trug, und dies bis 1933, als sich die Marke durchgesetzt hatte und die
Gesellschaft mit der General Motors Co fusionierte. Trotz diesem Misserfolg
zeigte Louis Chevrolet weiterhin eine geniale Schöpferkraft, die ihm zur
selbständigen Erbauung neuer Autos und Trucks führte, wie "Cornélia", "Frontenac"
und vor allem "Monroe", die immer mehr Erfolg hatte, besonders in den
Sprints.

Die
Tüchtigkeit von Louis Chevrolet hat sich auch in der Entwicklung von
Flugzeugmotoren ausgedrückt, deren Patente unterschiedliche Schicksale
gekannt haben. Ab 1934 musste er nach mehreren Schlaganfällen seine
Tätigkeit aufhören und auf seine geplante Reise nach Europa verzichten, die
ihn vor allem nach Beaune und La Chaux-de-Fonds geführt hätte, zu seinen
Ursprüngen und zu den Quellen seiner ersten Grosstaten. Er verbrachte seine
letzten Lebensjahre zwischen Florida und Detroit, wo er am 6. Juni 1941 im
Alter von 62 Jahren mitten im Sturm des zweiten Weltkriegs starb. Heute ruht
er neben seinem Bruder Gaston in Indianapolis, in der Stadt, wo er seine grössten Grosstaten gefeiert hat.
Die Leidenschaft und die Ausdauer von Louis Chevrolet sind bekannt : Tag und
Nacht arbeitete er unermüdlich zum Erfolg seines Unternehmens, seines
Scharfsinns und seiner Tüchtigkeit, was ihn eben berühmt gemacht hat. Er
soll ebenfalls beim Spiel und Sport geschickt gewesen sein. Aber vor allem
war er gutherzig und hatte den Ruf, ein vorzüglicher Kamerad und ein
grosszüglicher Mann zu sein, der seinem Ideal sein Vermögen gewidmet hat.

An Louis
Chevrolet wird man sich erinnern als an einen der grossen Pioniere des
Automobils, einen Vorgänger der Innovationen und Techniken, die das
gegenwärtige Auto ausrüsten. Als Zeichen dankbarer Verehrung hat die Stadt,
wo er geboren ist, einer ihrer Strassen den Namen dieses Schweizer Bürgers
gegeben, der auf den Strassen der ganzen Welt ein echtes Symbol verkörpert.

Neben den Camaro ist die legendäre Corvette
einer der berühmtesten Fahrzeug von Chevrolet. Was für den Firebird als
Bruder der GTO ist, ist die Corvette die Schwester des Camaros. Der Camaro
wird auch nicht umsonst "The closest thing to corvette" genannt! 1951
hatte alles angefangen. GM-Chefdesigner Harley Earl (der "Erfinder" der
Heckflossen) kam beim Besuch eines Autorennens die Idee zu einem offenen,
zweisitzigen Sportwagen. Zwei Jahre später war die erste Corvette da,
aufregend im Design und mit Kunststoff-Karosserie. 150 PS waren dagegen für
die Amerikaner weniger aufregend, und 1953 wurden nur 315 Autos verkauft.
Bei GM überlegte man, die Produktion zu stoppen. Die Corvette drohte zum
schnellsten Flop in der Autogeschichte zu werden. Die Rettung kam 1954 mit
dem so genannten "Smallblock", einem 4,3- Liter-V8-Motor und einer
Preissenkung auf 2799 Dollar. Ab 1956 beschleunigte die Corvette mit neuem
Design und 225 PS auf 3467 Stück. Und als zwei Jahre später die Front
nochmals geändert und die Leistung auf 315 PS angehoben wurde, kam die
Corvette dann richtig in Fahrt. Bis heute wurden weltweit fast 1,5 Millionen
Exemplare verkauft. In der vierten Generation waren es 1 Million.

Die Corvette, neben den Camaro das berühmteste
Fahrzeug von Chevrolet
Leider schrumpfen in jeder Generation die Masse
der Corvette, so ist die Corvette C4, die letzte Corvette im typisch
amerikanischen Style mit scharfen Kanten und langer Motorhaube. Dafür kommt
die Corvette von der jüngsten Generation, locker an Porsche und wenn auch
nicht sogar an Ferrari ran. Der amerikanische Werbespruch "Viel Auto für
wenig Geld" wird bis heute auch noch unteranderem mit der Corvette deutlich
umgesetzt.
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