Pontiac Firebird & Chevrolet Camaro

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Erlebnisbericht eines 1981 Trans Am Turbo

 

Als ich den Wagen damals am Hinterhof einer US-Car Werkstätte stehen sah, war’s bereits um mich geschehen. Meine Freundin nickte mir bloß zu, als der Motor „angeworfen“ wurde. Da wusste ich, den muss ich haben!
Der V8 Sound war – zumindest für mich damals – äußerst brachial. Neben dem tollen Sound fiel mir auf den ersten Blick auch die hohe Qualitätsanmutung im Innenraum auf. Kein Vergleich zu der mir bekannten Plastiklandschaft im 3rd Generation Firebird, den ich vorher besaß. (siehe Erlebnisbericht eines Feuervogels). Auf Anhieb gefiel mir das Zusammenspiel der silberfarbenen Applikationen mit der schwarzen Innenausstattung. Das Cockpit war wie neu! Keinerlei Bastelspuren, keine Löcher in den Türverkleidungen.

Auf der vom Automatik-Choker geregelten erhöhten Motordrehzahl laufend, bot sich uns indes ein brutales Spektakel. Man könnte das Geräusch wohl – ohne Übertreibung – mit dem eines startenden Jets vergleichen. Mittlerweile schnurrte der Motor jedoch auf der Leerlaufdrehzahl und lief damals wie heute wie ein „Glöckerl“ wie man bei uns in Österreich sagt.
Auf dieses Erlebnis hinauf, schlief ich die folgenden Nächte eher schlecht als recht. Ich holte viele Informationen bezüglich des 301 cubic-inch großen Turbo V8 Aggregates ein und war dann eher verunsichert, als in meiner Absicht bestärkt, den Wagen zu kaufen. In den USA wurden bereits viele „Turbos“ auf andere Motore umgebaut, da sie anscheinend nicht sehr robust zu sein schienen. In vielen Fällen gab es Lagerschäden, sowie kaputte Zylinderkopfdichtungen usw... Längere Hetzfahrten mit über 160 km/h bekommen dem Motor nun mal nicht, deshalb werden diese Modelle oftmals auf deutschen Autobahnen „verheizt“.

Ich ging jedoch das Wagnis ein, und kaufte den Turbo entgegen aller Ratschläge. Der Wagen hat mich bis heute noch kein einziges Mal im Stich gelassen. Ich fahre im Jahr etwa 1500 km und musste bisher nur die Batterie wechseln. Einmal im Jahr das Öl wechseln und sämtliche Fahrwerksteile abschmieren und das wars!

Subjektive Fahreindrücke:

Entgegen aller Behauptungen und landläufigen Meinungen kann ein amerikanischer Wagen auch Kurven fahren. Speziell dieser sportliche Amerikaner kann es! Durch den für einen „Ami“ nicht allzu langen Radstand, einem relativ straffen Fahrwerk und einer leichtgängigen Lenkung lässt sich das 1,8 Tonnen Schiff erstaunlich behende durch enge Kurven zirkeln. Jedoch sollte man stets die vier Scheibenbremsen vor jeder Kurve bemühen, denn den Grenzbereich dieses Wagens möchte man ganz bestimmt nicht auf öffentlichen Straßen erfahren. Grundsätzlich jedoch bleibt der Trans Am in Kurven äußerst neutral und zeigt keine Fahrwerksschwächen. Einziger Wehrmutstropfen ist und bleibt die Starrachse, die von Pontiac bis zu den neueren Modellreihen verbaut wurde. Diese poltert leider sehr störend bei Fahrbahnschäden aller Art. Am wohlsten fühlt sich unser sportlicher Cruiser auf makellosen geraden Asphaltabschnitten. Der Motor dreht sehr willig und stellt dem Fahrer sein hohes Drehmoment ziemlich linear über das gesamte Drehzahlband zur Verfügung. Die Schaltpunkte werden von der weichschaltenden Dreigang Automatik sehr klug gewählt. Oberhalb von 4500 Umdrehungen/Minute flacht die Leistungskurve stark ab, hier liegt auch der optimale Schaltpunkt der Automatik unter Volllast.

Motordaten:

Motorart: V8 mit Turbo, Zweiventiltechnik

Hubraum: 4,9 Liter (301 cui)

Ventilsteuerung: Kettenantrieb

Leistung: 218 PS (160 kW)

Daten zum Fahrzeug:

Bezeichnung: Pontiac Trans Am Turbo Coupé

Farbe Exterieur: Silber metallic

Farbe Interieur: schwarz

Baujahr: 1981

Laufleistung: 95.000 km

Serienausstattung: WS 6 Package (Scheibenbremsen rundum + strafferes Fahrwerk), Klimaanlage, Servolenkung, Turbo-Hood-Lights (Ladedrucklämpchen auf der Motorhaube), 3 Gang Hydramatik Automatikgetriebe, 1:3,08 Hinterachse mit Sperrdiffernzial.

by Special Order: 8“x15“ Snow Flake Alufelgen, fehlender Heckspoiler, fehlender Haubenadler.

 

Autor: Matthias Breinesberger

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