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Als ich den Wagen damals am Hinterhof
einer US-Car Werkstätte stehen sah, war’s bereits um mich geschehen. Meine
Freundin nickte mir bloß zu, als der Motor „angeworfen“ wurde. Da wusste
ich, den muss ich haben!
Der V8 Sound war – zumindest für mich
damals – äußerst brachial. Neben dem tollen Sound fiel mir auf den ersten
Blick auch die hohe Qualitätsanmutung im Innenraum auf. Kein Vergleich zu
der mir bekannten Plastiklandschaft im 3rd Generation Firebird, den ich
vorher besaß. (siehe Erlebnisbericht eines Feuervogels). Auf Anhieb gefiel
mir das Zusammenspiel der silberfarbenen Applikationen mit der schwarzen
Innenausstattung. Das Cockpit war wie neu! Keinerlei Bastelspuren, keine
Löcher in den Türverkleidungen.

Auf der vom Automatik-Choker geregelten
erhöhten Motordrehzahl laufend, bot sich uns indes ein brutales Spektakel.
Man könnte das Geräusch wohl – ohne Übertreibung – mit dem eines startenden
Jets vergleichen. Mittlerweile schnurrte der Motor jedoch auf der
Leerlaufdrehzahl und lief damals wie heute wie ein „Glöckerl“ wie man bei
uns in Österreich sagt.
Auf dieses Erlebnis hinauf, schlief ich
die folgenden Nächte eher schlecht als recht. Ich holte viele Informationen
bezüglich des 301 cubic-inch großen Turbo V8 Aggregates ein und war dann
eher verunsichert, als in meiner Absicht bestärkt, den Wagen zu kaufen. In
den USA wurden bereits viele „Turbos“ auf andere Motore umgebaut, da sie
anscheinend nicht sehr robust zu sein schienen. In vielen Fällen gab es
Lagerschäden, sowie kaputte Zylinderkopfdichtungen usw... Längere
Hetzfahrten mit über 160 km/h bekommen dem Motor nun mal nicht, deshalb
werden diese Modelle oftmals auf deutschen Autobahnen „verheizt“.

Ich ging jedoch das Wagnis ein, und
kaufte den Turbo entgegen aller Ratschläge. Der Wagen hat mich bis heute
noch kein einziges Mal im Stich gelassen. Ich fahre im Jahr etwa 1500 km und
musste bisher nur die Batterie wechseln. Einmal im Jahr das Öl wechseln und
sämtliche Fahrwerksteile abschmieren und das wars!
Subjektive Fahreindrücke:
Entgegen aller Behauptungen und
landläufigen Meinungen kann ein amerikanischer Wagen auch Kurven fahren.
Speziell dieser sportliche Amerikaner kann es! Durch den für einen „Ami“
nicht allzu langen Radstand, einem relativ straffen Fahrwerk und einer
leichtgängigen Lenkung lässt sich das 1,8 Tonnen Schiff erstaunlich behende
durch enge Kurven zirkeln. Jedoch sollte man stets die vier Scheibenbremsen
vor jeder Kurve bemühen, denn den Grenzbereich dieses Wagens möchte man ganz
bestimmt nicht auf öffentlichen Straßen erfahren. Grundsätzlich jedoch bleibt der Trans Am
in Kurven äußerst neutral und zeigt keine Fahrwerksschwächen. Einziger
Wehrmutstropfen ist und bleibt die Starrachse, die von Pontiac bis zu den
neueren Modellreihen verbaut wurde. Diese poltert leider sehr störend bei
Fahrbahnschäden aller Art. Am wohlsten fühlt sich unser sportlicher Cruiser
auf makellosen geraden Asphaltabschnitten. Der Motor dreht sehr willig und stellt
dem Fahrer sein hohes Drehmoment ziemlich linear über das gesamte
Drehzahlband zur Verfügung. Die Schaltpunkte werden von der weichschaltenden
Dreigang Automatik sehr klug gewählt. Oberhalb von 4500 Umdrehungen/Minute
flacht die Leistungskurve stark ab, hier liegt auch der optimale Schaltpunkt
der Automatik unter Volllast.
Motordaten:
Motorart:
V8 mit Turbo, Zweiventiltechnik
Hubraum:
4,9 Liter (301 cui)
Ventilsteuerung:
Kettenantrieb
Leistung:
218 PS (160 kW)
Daten zum Fahrzeug:
Bezeichnung: Pontiac Trans Am Turbo Coupé
Farbe Exterieur:
Silber metallic
Farbe Interieur: schwarz
Baujahr:
1981
Laufleistung:
95.000 km
Serienausstattung:
WS 6 Package (Scheibenbremsen rundum + strafferes Fahrwerk), Klimaanlage,
Servolenkung, Turbo-Hood-Lights (Ladedrucklämpchen auf der Motorhaube), 3
Gang Hydramatik Automatikgetriebe, 1:3,08 Hinterachse mit Sperrdiffernzial.
by Special
Order:
8“x15“ Snow Flake Alufelgen, fehlender Heckspoiler, fehlender Haubenadler.

Autor:
Matthias Breinesberger
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