|

Autos wie der Trans Am, der Camaro Z/28 und der
Boss 302 definierten auf ihre Art neu, wie Enthusiasten über Pony Cars
dachten. Chevrolet und Pontiac tüftelten bereits an zwei ganz neuen F-Cars
für das Modelljahr 1970. Dieses Mal begann man die Arbeit mit einem leeren
Blatt Papier um Pontiac die Gelegenheit zu geben, dem Firebird eine
persönliche Note zu verschaffen, da das Grundkonzept des Designs doch vom
Camaro stammte. Die Aufgabe diese persönliche Note, diese neue Identität des
Firebird zu finden, spaltete die Pontiac Verantwortlichen in zwei Lager.
Eine Gruppe wünschte sich einen italienischen, europäischen Charakter. John
DeLorean (der später durch F. James McDonald ersetzt wurde), wurde von einem
Pontiac Designer zitiert, er wolle aus dem Firebird den 63000 Maserati
Ghibli machen. Die andere Fraktion, vielleicht beeinflusst vom Trans Am,
wünschte sich den Muscle-Car Look, der Performance ausdrückt. Es entstand zu
guter Letzt ein Kompromiss zwischen beider Vorlieben. Damit stand das neue
Design des Firebird fest: Es war nun ein überschwänglicher, muskulöser, halb
italienischer Exote mit Kalifornischen Hot Rod Wurzeln.

Frühe Skizze der 2. Generation
Das Design und die Technik wurden wieder mit dem Camaro der zweiten Generation geteilt. Der Firebird bekam jedoch nun völlig eigene
Kotflügel und Radhäuser. Die Kotflügel des Camaro waren am Radlauf leicht
abgeflacht, während die des Firebird eine perfekte Rundung darstellten. Ein
Feature, das den Firebird vom Camaro stark abhob, war die neue Endura
Plastik-Front, die den Firebird erscheinen liess als käme er ohne Stossstange
daher. Der Firebird der Zweiten Generation stellte optisch ein wahres Muscle-Car
dar. Die optischen Verfeinerungen des italienischen
„Lagers“ wurden repräsentiert von einem schnörkellosen und einfachen
Blechkleid, dessen flaschenförmige Seitenwände nur von grossen
Radaussparungen unterbrochen wurden. Wie den Camaro zierten auch den
Firebird Einzelleuchten die weit aussen angebracht waren und durch den
vertraut gewordenen gespalteten Pontiac Grill geteilt wurden, das gänzlich
von stossfestem, lackiertem Endura-Plastik umgeben war. Diese aerodynamischen
Teile sollten bei Highway-Geschwindigkeiten für 50 Pfund (ca. 25 Kilogramm)
Abtrieb an der Vorder- wie an der Hinterachse sorgen.

Bei der
Aerodynamik des neuen Firebirds, hatte jedes Detail seine Wirkung
Zu den einzigartigen Spielereien im Design des
Firebird gehörten auch die „versteckten Scheibenwischer“, die unter der
Motorhaube verschwanden. Das Profil der Heckpartie hatte einen bestimmenden
Charakter im Design des Firebird. Leicht nach hinten ansteigend um
schliesslich in der Heckansicht einen fast horizontalen Abschluss zu bilden.
Rückblickend muss man sagen, dass diese Wägen bereits vor zwanzig Jahren
federführend in dem italienisch angehauchten Bestreben waren, stets einen
eleganten aber einfachen Auftritt hinzulegen.

Prototyp von Anfang 1970
Ausgeklügeltes Design braucht seine Zeit, darum wurden die Firebirds, die
auf der 1970 Chicago Auto Show vorgestellt wurden fälschlicherweise als 1970½
Modelle
angepriesen. Die Produkt-Palette sah vier
Grund-Modelle vor. Über dem $ 2875 teuren Firebird war der Esprit
angesiedelt, oft gesehen mit einem Vinyl-Dach, das alles andere als eine
stilistische Meisterleistung darstellte. Nächster in der aufsteigenden
Preis-Hierarchie war ein muskelbepackter, von Luftauslässen zerklüfteter,
durch einen „Shaker“ einatmender, mit grossem Heckspoiler ausgestatteter in weiss-blau erhältlicher Vertreter der Modellvariante Trans Am. Die Leistung
des Trans Am las sich am Papier beeindruckend, stellte doch ein 345 PS
starker 400 cui V8 mit Ram Air die Basis-Motorisierung (!!) dar. Beides
zusammen mit einem Hurst Viergang-Schaltgetriebe und gesperrter Hinterachse.
Das angesehene Automobilblatt „Road & Track“ lästerte damals beim Trans Am
über Extras, die die Welt nicht braucht. Weiters meinten Redakteure dieser
Zeitschrift beim Anblick des 1970er Designs, GM-Stilisten hätten einen
stärker ausgeprägten Sinn für Add-Ons in Fahrzeugen als Entwickler andere
Automarken. General Motors ging damals Wege im Fahrzeugdesign, von denen
andere Hersteller nur träumen konnten, und waren damit immer einen Schritt
voraus. Für die jenigen die keine Extras und es noch sportlicher wollten gab
es erstmals den Pontiac Firebird Formula. Eine abgespeckte Version des Trans
Am`s dafür mit der selben Motorisierung. Der Name "Forumla" wurde von der
GM Marketingabteilung
in Anlehnung
auf den Motorsport gewähllt um die Sportlichkeit des Firebird Formulas dick
zu unterstreichen.
Das WS6 Performance Paket fand erst 1977 seinen Platz im Firebird und
hielt sich bis in die vierte und letzte Generation des Firebird.

Fahrwerkstechnisch waren Camaro und Firebird völlig
identisch, die Lenkachse war nun vor der Vorderachse, statt früher dahinter.
Der vordere Hilfsrahmen war nun durch Gummilager mit dem hinteren Chassis
verbunden. Es gab Blattfedern an der starren Hinterachse und Dreiachslenker
an der Vorderachse.
Die Chassiskonstuktion ist ein Unibody, also
eine selsttragende Karosserie mit einem Hilfsrahmen vorne und hinten.
Theoretisch sollte sie eine hohe Stabilität bieten und für eine gute
Gewichtsverteilung sorgen.
Wirklich ausgereift war diese Bauart jedoch nicht, da sich das Chassis
ziemlich stark verwindet. Die Folgen sind knarrende Geräusche und
Nickbewerungen der Karosserie beim fahren. Abhilfe schaffen Subframe
Connectors, die die beiden Hilfsrahmen verbinden. Zubehörhersteller bieten
verschiedene Versionen an, die entweder verschraubt oder verschweisst werden.
Um das für Fahrzeuge mit einem grossen Gewicht auf der Vorderachse typische
Untersteuern zu verhindern, so erhielt der Trans Am grosse Stabilisatoren an
der Vorder- und Hinterachse. Damit war das Fahrverhalten optimal.

Pontiac Trans Am wieder mit seiner typischen
Weiss-Blau Lackierung
Als Motor
gab es den 400er in mehreren Varianten. 1971 bis 1974 gab es den Trans Am
und den Formula mit dem 455er, aber dann war es vorbei mit den starken
Motoren. Während der damals folgenden Muscle-Car Ära, schienen die Firebirds
als die vergessenen Muscle Cars. Von 1973 bis 1974 waren die Firebirds und
Trans Am`s die letzten wirklichen Muscle Cars am Markt.

Obwohl das Super Duty 455 Kraftwerk der ach so dunklen EPA
Jahre der letzte Atemzug der glorreichen Muscle-Ära war, haben die Firebirds
bis ins zwanzigste Jahrhundert überlebt und bieten immer noch die
aufregendste Performance die man am Asphalt erleben darf.

Die Twin Scoops wurden auch von der ersten
Generation übernommen und in der zweiten Generation ständig verbessert und
weiterentwickelt. Anfangs hatten sie weniger Wirkung und als die gewünschte
Wirkung fast erreicht war, wurden sie ohne Funktion hergestellt und dienten
ab 1977 nur zur Belüftung des Motors nicht zur Beatmung. Erst nach 20 Jahren
fand die funktionstüchtige Ram-Air Haube in der vierten Generation des
Firebirds zurück.
Start - 2. Generation ->
|
1.
Generation
-
1967
1968
1969
2. Generation
-
1970
1971
1972
1973
1974
1975
1976
1977
1978
1979
1980
1981
3. Generation -
1982
1983
1984
1985
1986
1987
1988
1989
1990
1991
1992
4. Generation -
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002 |